Hast du dich schon mal gefragt, wo deine Daten eigentlich landen, wenn du ChatGPT oder ähnliche Tools nutzt? Technisch passiert Folgendes: Sobald du eine Frage eintippst, wird diese über das Internet an den Server des Anbieters geschickt. Dort wird sie verarbeitet, damit die KI eine Antwort berechnen kann (wie das genau geht, liest du in unserem Beitrag: KI einfach erklärt).

Aber was passiert danach? Werden deine Eingaben gespeichert? Liest da jemand mit? Darf die KI deine Firmengeheimnisse nutzen, um schlauer zu werden?

Auch für Handwerksbetriebe ist das extrem wichtig: Stell dir vor, ein Mitarbeiter kopiert die Adresse eines Kunden oder Kalkulationsdetails in einen Chat. Du musst wissen, ob diese Daten dort sicher sind.

Aber auch als Privatperson solltest du wissen, ob und wie der Anbieter deine Daten weiterverwendet.
Deshalb haben wir die großen Anbieter für dich unter die Lupe genommen.

Worauf du achten musst: 3 Kriterien

Bevor wir uns das Ranking anschauen, klären wir kurz die Spielregeln. Beachte, dass es bei den einzelnen Modellen oft einen riesigen Unterschied zwischen der kostenlosen Version für Privatperson und der Bezahl-Version für Unternehmen (Enterprise) gibt.

Wir schauen bei den KI-Modellen auf drei Kriterien:

1. Lernen aus deinen Daten (Training)

Darf der Anbieter deine Eingaben nutzen, um sein KI-Modell zu verbessern? Das würde zugespitzt bedeuten: Du stellst dem Modell einen Bauplan zur Verfügung, und nächste Woche nutzt die Konkurrenz Teile davon für ihr Projekt.

2. Der „Aus“-Schalter (Opt-out)

Kannst du selbst entscheiden, ob deine Daten für das Training oder Produktverbesserungen genutzt werden?

3. Liest ein Mensch mit? (Datenzugriff)

Manchmal überprüfen echte Menschen Chatverläufe, um die Sicherheit zu gewährleisten. In dem Fall solltest du die Bedingungen kennen, und besonders vorsichtig mit vertraulichen Daten sein.

Das Ranking: Bei welchem Anbieter sind deine Daten am sichersten?

Wir haben uns die Datenverarbeitung von fünf Modellen angeschaut und von Platz 5 (Vorsicht geboten) bis Platz 1 (Am sichersten) sortiert.

Wichtig vorab: “Sicher” heißt hier vor allem, dass deine Daten nicht automatisch zum Training der KI verwendet werden und du vertraglich abgesichert bist.

Platz 5: Anthropic (Claude)

Claude ist ein sehr starkes Modell, aber hier musst du aufpassen. Anthropic hat seine Regeln 2025/2026 angepasst. In der normalen Version für Privatnutzer kann es sein, dass deine Daten genutzt werden, um das Modell zu verbessern. Für Handwerker heißt das: Die kostenlose Version nur für harmlose Texte nutzen (z. B. „Schreib eine nette E-Mail zum Wochenende“). Für alles Geschäftliche brauchst du die Enterprise-Version und musst die Einstellungen genau prüfen.

Platz 4: OpenAI (ChatGPT)

Bei ChatGPT ist die Unterscheidung extrem wichtig!

  • Kostenlose Version (Free/Plus): Hier werden deine Chats standardmäßig genutzt, um die KI zu trainieren.
  • Firmen-Version (Enterprise/Team): OpenAI verspricht hier, dass deine Geschäftsdaten nicht zum Training genutzt werden. Das heißt: ChatGPT Enterprise ist für Betriebe eine gute Option. Die kostenlose Version ist für Kundendaten aber tabu!

Platz 3: Microsoft (Copilot / Microsoft 365)

Wenn du im Büro ohnehin schon Microsoft 365 (Word, Excel, Teams) nutzt, ist das hier sehr praktisch. Der „Copilot“ arbeitet innerhalb deines bestehenden Firmen-Accounts (deinem sogenannten „Tenant“). Microsoft sagt zu, dass die Daten nicht genutzt werden, um die KI für andere zu trainieren. Vorteil: Deine Daten bleiben quasi „im Haus“ deiner Microsoft-Umgebung. Achte aber darauf, was passiert, wenn du die Websuche (Bing) innerhalb der KI nutzt.

Platz 2: Google (Gemini Enterprise)

Ähnlich wie bei Microsoft gilt hier: Wenn du Google Workspace für deine Firmen-Mails und Ablage nutzt, ist Gemini Enterprise sehr sicher. Google gibt klare Garantien, dass deine Eingaben in der Bezahl-Version nicht zum Training verwendet werden. Wichtig: Auch hier immer die Enterprise-Variante wählen, nicht das private Google-Konto.

Platz 1: Die eigene Lösung (Private Cloud / Lokal)

Der Goldstandard: Am sichersten ist es, wenn die KI gar nicht auf einem fremden Server läuft oder du einen eigenen, abgeschotteten Bereich in einer Cloud mietest, der vertraglich nur dir gehört. Man nennt das „Private Deployment“ oder „On-Premise“ (auf dem eigenen Server). Der Haken: Das kostet mehr und erfordert IT-Wissen. Aber für hochsensible Daten gibt es nichts Besseres.

Der „Faktor Mensch“: Deine größte Sicherheitslücke

Selbst die sicherste Software nützt nichts, wenn sie falsch bedient wird. Das größte Risiko sitzt oft vor dem Bildschirm. Wenn du dich für eine sichere Bezahl-Version (z. B. von Microsoft oder Google) entscheidest, musst du deine Mitarbeiter schulen.

Mache eine klare Ansage: „Wir nutzen für Firmen-Daten nur noch das Tool X, weil es sicher ist. Bitte nutzt keine kostenlosen KI-Webseiten für Kundenadressen oder Rechnungen.“ Nur so kannst du sicherstellen, dass die teure Lizenz auch ihren Zweck erfüllt.

H2: Häufige Fragen (FAQ)

Frage: Ich nutze ChatGPT Free – kann ich da Aufträge reinkopieren?

Antwort: Nein, bitte nicht. In der kostenlosen Version hast du keine Garantie, dass die Daten vertraulich bleiben. Sie könnten genutzt werden, um die KI zu trainieren.

Frage: Wenn mein Steuerberater fragt, kann ich einen Chatverlauf teilen?

Antwort: Nur, wenn du eine sichere Enterprise-Version nutzt und keine sensiblen Kundendaten im Chat stehen. Besser ist es, das Ergebnis (den Text) zu kopieren und über deine normale Software zu schicken.

Frage: Werden meine Chats irgendwann gelöscht?

Antwort: Viele Anbieter speichern Daten für eine gewisse Zeit (z. B. 30 Tage) zur Sicherheit. In den Enterprise-Einstellungen kannst du oft festlegen, wie lange Daten aufbewahrt werden sollen.